Phrazes For The Young

von Julian Casablancas

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Preis : EUR 7,84

Veröffentlicht : 30. Oktober 2009

Label : RCA Records Label

Tracks
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Probehören 1. Out Of The Blue 4:41 EUR 0,98 In den Warenkorb
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Probehören 3. 11th Dimension 4:03 EUR 0,98 In den Warenkorb
Probehören 4. 4 Chords Of The Apocalypse 4:59 EUR 0,98 In den Warenkorb
Probehören 5. Ludlow St. 5:42 EUR 0,98 In den Warenkorb
Probehören 6. River Of Brakelights 5:08 EUR 0,98 In den Warenkorb
Probehören 7. Glass 5:20 EUR 0,98 In den Warenkorb
Probehören 8. Tourist 5:02 EUR 0,98 In den Warenkorb

Amazon Kundenrezensionen

Irgendwie hat man beim Hören ... 30. Oktober 2009

von Martin Lorenz "martin.k-lorenz"

... des Solodebüts von Julian Casablancas das Gefühl, er wollte auf keinen Fall der letzte sein. Kollege Albert Hammond jr. - zwei Platten, Fab Moretti aka Little Joy schon mit dem ersten Wurf draußen, selbst Bassist Nikolai Fraiture versucht sich mit Nickel Eye am ersthaften Nebenerwerb - nur eine Frage der Zeit also, bis auch Nick Valensi ein geeignetes Projekt findet, das sich mit dem Aufkleber "Gitarrist der Strokes" gewinnbringend verschönern läßt. Höchste Eisenbahn also, dass der Chef mal zeigt, dass er genügend in der Hose hat, um sich auch an eine Soloplatte zu wagen. Seltsamerweise wirken die Songs auf "Phrazes For The Young" dann ungewohnt zurückhaltend, verwischt und ein wenig konturenlos. Casablancas hat sich ganz offensichtlich in eine Art angerockten Spielkonsolenpop verliebt, den man schon bei den Strokes schon einige Male in Andeutungen zu hören bekam. Im Gegensatz zur aktuellen CD blieben das aber nur marginale Verzierungen, die sich im straighten Sound der Band dankenswerterweise verloren. Nun aber wird angstfrei an allen Knöpfen gedreht, die an einem Casio zu finden sind. "Out Of The Blue" und "Rivers Of Brake Lights" fangen sich noch irgendwie zur Mitte hin, "4 Chords Of The Apocalypse" (ver)sucht leidlich den Soul, aber bei "11th Dimension" muß man regelrecht Angst bekommen, dass im nächsten Moment ein glitzerbehoster Backroundchor mit watteweichem "Schubiwabwab" ins Scheinwerferlicht tritt. Mutig, ohne Zweifel, aber passend? "Ludlow St." bleibt verschlafen und spannungsarm, "Glass" dagegen hat sehr viel von der schwärmerischen Großspurigkeit, die man sich gern für mehrere Songs des Albums gewünscht hätte. Dass "Tourist" ganz am Ende mein uneingeschränkter Favorit ist wird all jene ärgern, die Mut generell belohnt wissen wollen und die kritisieren, dass eben dieser Song der rückwärtsgewandteste von allen sei. Aber, der Einwand muß erlaubt sein, er ist halt auch der schlüssigste, der mit der besten Hookline, hier gelingt Casablancas der Spagat zwischen Neuem und Bekanntem am besten - ein satter Elektroblues. Allzu hart sollte man am Ende ohnehin mit ihm nicht ins Gericht gehen - ein richtiges Unglück ist bei den knapp acht Liedern nicht dabei und mithin hat er ausreichend bewiesen, dass er durchaus in der Lage ist, den Kochlöffel auch mal allein zu schwingen. Wenn's auch nicht immer ganz so gut schmeckt ...

Dieses Mal ohne die Strokes, dafür mit viel frischem Wind. 29. Oktober 2009

von ohfancy.de "// Tobi"

Alleine sitzt Julian Casablancas inmitten des Raumes. Vergessen scheinen die Zeiten mit den Strokes, ein neues Kapitel wird aufgeschlagen und selbst wenn man es besser wissen müsste, aber acht Jahre soll der Beginn der Rock'n'Roll Rocker schon wieder zurückliegen? Nun gut. Zumindest darf nach dieser langen Zeit der Freiraum erlaubt sein, die Zusammenarbeit mal etwas ruhen zu lassen und dafür den persönlichen Vorlieben die ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken. Schon in früheren Zeiten merkte man hier und dort entfremdende Klänge bei den Strokes und auch die aufflammende Liebe zu analoger Schaltungstechnik. ' 11th Dimension ' aus dem folgenden Solodebüt sollte den Verdacht schließlich bestätigen. Brechende Drum-Machines, Gitarren in perfider Abstimmung zueinander und Synthesizer mit einem herrlich barocken Kontrapunkt. Es ist ein Stück, das wohl erst durch die jahrelange Arbeit mit den Strokes überhaupt erst entstehen konnte und dennoch entfernt sich Julian Casablancas nie zu weit von bekennenden Ufern und erinnert mit Textzeilen aus ' Phrazes For The Young ' an die aufreibenden Pfade vor seinem Solodebüt. "Somewhere along the way, my hopefulness turned to sadness/ Somewhere along the way, my sadness turned to bitterness..."

Die insgesamt acht Songs des Longplayers entstanden in den zurückliegenden zwölf Monaten unter der Regie der Produzenten Jason Lader (System Of A Down, Coldplay, Jay-Z u.a.) und Mike Mogis (Bright Eyes, The Faint, Lightspeed Champion etc.) in Los Angeles, New York und Nebraska. Die Stücke stammen selbstverständlich von Casablancas selbst und der beginnt damit recht selbstlos auf dem Opener ' Out Of The Blue '. Schnell huschen die bittersüßen Synthies durch die Strophen, herrlich beschwingte Melodien verschwinden in dem gewohnt nuschelnden Gesangsstil und Markenzeichen von Casablancas. Und bereits mit dem vierten Track darf unverblümt gesagt werden, dass mit ' Phrazes For The Young ' eine Platte entstanden ist, die es in dieser konstanten Form bei den Strokes noch nie gegeben hat und wohl auch nie geben wird. Es ist das lächelnde Grinsen auf dem eigenen Gesicht, der nickende Kopf im Takt und das bestimmte Gefühl der Vertrautheit, die den Sinn für ein erfrischendes Abenteuer in dieser Mischung so ziemlich perfekt abrunden.

Titeltrack und erste Single ' 11th Dimension ' beginnt mit 80er Synthies und entlädt sich im späteren Verlauf zu einer frechen Subversive mit reichhaltigem Hitpotential. Aber auch eine flutende Fülle an Metaphern torkelt zwischen Rock'n'Roll, betrunkenen Country und Western durch farbenfrohe Phantasielandschaften und gewährt wie in ' 4 Chords Of The Apocylypse ' so manch umfangreichen Einblick in das frühere Leben des Julian Casablancas. Am meisten sticht am Ende jedoch die Tatsache heraus hier kein einfaches Solodebüt vorzufinden, sondern eine akribische Einzelleistung mit unglaublich viel Liebe zum Detail. Sanft und fast ein bisschen wehmütig streichen die Melodien in ' Ludlow St. ' über den holprigen Boden und entfachen ab der Mitte eine gemütliche Lagerfreuer-Atmosphäre unter einem sternenklaren Himmel. Ja, mittlerweile hat sich die Dunkelheit in scheinbar unsichtbarer Mission von hinten herangeschlichen und verklingt in einer gemächlichen Molltonart zu den letzten Takten von ' Tourist ' in melancholischer Abendstimmung . ' Phrazes For The Young ' erinnert natürlich fast durchgehend an die Strokes und das nicht zuletzt durch den dominierenden Gesang von Casablancas, aber es verzichtet auf die großen Momente, insbesondere bei den Refrains und das Zugunsten einer klaren und konsequenten Einstellung von Anfang bis Ende.